Zeitspuren.Erzgebirge – ein offenes Archiv für jüdisches Leben
knüpft an das Projekt ERZählungen — gestern, heute, morgen (2023-2024) an, in dem Biografien jüdischer Familien im Erzgebirge dokumentiert und damit neue Zugänge zu einer lange verdrängten Geschichte eröffnet wurden. Es ist ein mobiles, partizipatives Erinnerungsprojekt, das jüdisches Leben in der Region sichtbar macht und gemeinschaftlich zugänglich gestaltet. Im Mittelpunkt steht ein lebendiger, emotional zugänglicher Umgang mit Erinnerung. Mit künstlerischen und dialogischen Formaten sowie einem modularen Archivsystem entstehen offene Räume für Austausch, Begegnung und gemeinsames Erinnern. Das Archiv macht temporär an öffentlichen Orten wie Marktplätzen, Schulen oder leerstehenden Geschäften Station und lädt Menschen aller Generationen zur aktiven Beteiligung ein.
Ein zentrales Vorhaben ist eine Gedenkstättenfahrt im Herbst 2026, die lokale Lebensgeschichten mit dem historischen Kontext der Shoah verbindet. Langfristig bleibt das Archiv als ein mobiles Archiv erhalten und wird an Schulen, Museen und Bildungspartner:innen weitergegeben. So stärkt das Projekt historische Bildung, demokratische Werte und zivilgesellschaftliches Engagement – insbesondere im ländlichen Raum.
Die Förderung läuft über die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen im Rahmen des Förderprogramms „Jüdisches Leben in Kunst und Kultur“. Vom 14.12.2025 bis 12.12.2026 richtet der Freistaat Sachsen das landesweite Themenjahr „TACHELES - Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen“ aus. Das Programm begleitet und fördert Kunst- und Kulturvorhaben, die jüdisches Leben in Sachsen 2026 öffentlich sichtbar und erlebbar machen.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.